Jessica Hintz
An einem gewöhnlichen Dienstag um 10:41 Uhr nimmt ein 68-jähriger pensionierter CBI-Beamter in seinem Haus in Bhubaneswar einen Videoanruf entgegen - und bis zum Mittagessen hat er seine Freiheit verloren, ohne dass ihn jemand berührt hat. Vierzig Stunden lang sitzt Arindam Mohanty allein unter einer vorgetäuschten „digitalen Verhaftung' und gehorcht Fremden in geliehenen Uniformen, die sein eigenes, dreißig Jahre altes Ausbildungshandbuch gegen ihn verwenden.„Digital Arrest' ist ein Cyberkrimi-Thriller, der in Indien spielt und die ersten vierzig Stunden und die darauffolgenden neunzig Tage schildert. Leser, die nach Büchern über digitale Erpressungsmaschen in Indien suchen, finden hier die gesamte Maschinerie - den Köder, die falsche Autorität, die Drohung, die Isolation, die Ausbeutung - Szene für Szene dargestellt, während das Geld über Strohmännerkonten und nächtliche Busse in ein Gebiet verfolgt wird, das nur wenige Romane über Betrugsfälle in Myanmar betreten: die Reihe von Jungen, die ihre Handys nicht aus der Hand legen dürfen. Unter den indischen Thrillern nimmt dieses Buch einen ungewöhnlichen Ansatz: Es ist ein fiktiver Fall von Telefonbetrug, in dem das Opfer nicht naiv ist, denn der Betrogene hat die Vorgehensweise selbst festgelegt und bemerkt Schritt für Schritt, wo seine Anrufer davon abweichen. Es ist ein Thriller über die Vorgehensweise bei Videoanruf-Erpressungen, erzählt aus der Perspektive beider Beteiligten, und eines der wenigen fiktiven Werke über Online-Betrugsopfer, das dem Betrugsfall ein Gesicht, eine Anleitung und eine Quotenliste gibt.Was der Leser erhält, ist keine Checkliste, sondern Erkenntnis. Wer sich jemals gefragt hat, wie Betrugsmaschen mit digitaler Verhaftung funktionieren, findet in diesem Roman eine Antwort, die weit über jede offizielle Empfehlung hinausgeht: die genauen Formulierungen, die Isolation erzeugen, der Grund, warum in der ersten Stunde von „sub judice' die Rede ist, die verräterischen Anzeichen einer per WhatsApp zugestellten Klage. Leser, die nach wahren Geschichten über digitale Verhaftung suchen und nur Statistiken finden, bekommen hier die fehlenden Details - die Scham, den kalten Tee, die Schlüssel zum Kleiderschrank der verstorbenen Ehefrau. Für Eltern, die sich am Telefon nicht mehr melden, für erwachsene Kinder, denen dies auffällt, und für Liebhaber von Krimis mit pensionierten Polizisten und spannenden indischen Romanen über Cyberbetrugsermittlungen ist dies ein seltener Krimi für Leser über fünfzig, der das Alter als Stärke betrachtet: Geduld, Methode und vierzig Jahre Erfahrung im Lügengebäude.Anders als Bücher über Finanzbetrug, die Verluste lediglich auflisten, schildert „Digital Arrest' die darauffolgenden neunzig Tage: die Anzeige, die Geldeinfrierung, das zweite Opfer, ein Name aus dem Betrugsfall von 1998 und eine Falle, die neu aufgebaut und gegen ihre Urheber gerichtet wurde. Folgen Sie dem Ruf noch heute - lesen Sie „Digital Arrest' und erfahren Sie, warum die Tür nie wirklich verschlossen war. 6