Karine Le Page
Die Lebenserwartung steigt stetig an. Jeder Franzose kann damit rechnen, älter als 80 Jahre zu werden. Das Bild des weisen Alten, der sein Wissen weitergibt, ist allgegenwärtig. Doch es ist nicht dieses Bild, das vermittelt wird: Heute gelten wir ab 60 Jahren als „ältere Menschen'. Dieser Begriff umfasst verschiedene Realitäten wie das Älterwerden, Pflegebedürftigkeit oder auch Isolation. Und wenn der Verbleib zu Hause schwierig wird, stellt sich die Frage nach der Vermittlung in eine geeignete Einrichtung. Welche soll man wählen? Als Mittelweg zwischen einer Gemeinschaftseinrichtung und dem eigenen Zuhause bietet sich die Pflege in einer Pflegefamilie als Alternative an. Eine Entscheidung, die für ältere Menschen und ihre Familien jedoch nicht leicht fällt. Das Konzept der sozialen Bindungen und insbesondere der familiären Bindungen spielt bei der Problematik der Isolation eine wichtige Rolle. Jeder Mensch braucht diese Bindungen, muss sich auf seine Familienangehörigen verlassen können und für sie von Bedeutung sein. Die Familienpflege ermöglicht eine bedarfsgerechte Betreuung bei Pflegebedürftigkeit und kann auch der Problematik der Isolation entgegenwirken. Werden dadurch die familiären Bindungen zwischen der älteren Person und ihrer leiblichen Familie gestärkt?